Snus – Erfolgsgeschichte des Tabak und Entstehung der schwedischen Variante

Cuban farmer Francisco Acosta Rey works at his tobacco plantation at the Vinales Valley in Pinar del Rio, Cuba, Friday, Jan. 11, 2008. Cuba is internationally known by the quality of his tobacco production and holds an annual cigar festival every February. (AP Photo/Dado Galdieri)


Wie so vieles haben wir auch den Tabak der Entdeckung Amerikas und den Expeditionen Christoph Columbus zu verdanken. Zu Beginn noch eingesetzt zu medizinischen Zwecken, machten in den 70er Jahren vor allem die Studien zur Schädlichkeit von Zigaretten von sich reden.

Vom amerikanischen Zeremonien Kraut in die europäischen Adelskreise

Es ist davon auszugehen, dass Tabak unter den süd- und mittelamerikanischen Ureinwohnern lange vor der Entdeckung bekannt und bei religiösen Zeremonien beliebt war. Zu Zeiten Columbus war der Rauch von rohem Tabak weit verbreitet.
Ein Pater brachte nach der zweiten Expedition die Tabakpflanzen nach Europa und in Portugal wurden sie erfolgreich angebaut. 1558 wurde Schnupftabak dort erstmals auf den Märkten verkauft. Seinen Siegeszug in die gehobenen Kreise der europäischen Aristokratie trat dieser Tabak an, nachdem Katharina von Medici durch das Schnupfen des Pulvers von ihren Kopfschmerzen geheilt wurde.


Noch heute zeugen aufwendig dekorierte Schnupftabakdosen in Gold und Silber von der Modedroge bis zur Französischen Revolution. In Ablehnung aller Gewohnheiten der vorigen Führung rauchten die neuen Herren in Frankreich Zigarren und erste Zigaretten.

Der schwedische Weg


Paris als Metropole des guten Geschmacks wurde auch in Schweden kopiert, sodass im 18. Jahrhundert erste Anbauversuche auch dort gelangen.

Anfang des 19. Jahrhunderts war Schnupftabak, Pfeife und Zigarre eher ein Symbol des kleinen Mannes behinderte aber bei der Ausübung der Arbeit auf dem Feld und in den ersten Manufakturen. Findige schwedische Bauern trockneten ihren eigenen Tabak, mahlten ihn und versetzen ihn mit etwas Wasser. Diese Mischung unter die Oberlippe geschoben nährte den Genuss und die sucht, lies aber die Hände frei.
Ljunglöf´s ETTAN (Nummer 1 von insgesamt drei Qualitätsstufen) war der erste in einer Fabrik erzeugte Snus und gewann rasch an Popularität. Noch heute ist er eine Umsatzstarke Marke.

Als Schweden 1915 Geld zur Finanzierung der Landesverteidigung, wie auch der ersten Rentenreform benötigte wurde Tabakherstellung und -handel unter Monopol gestellt. 1919 erreichte der durchschnittliche Snuskonsum bereits 1,2 kg. Wurde aber nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von den amerikanischen Zigaretten nahezu vom Markt gedrängt.

1967 wurde das Monopol wieder aufgelöst und weitere Marken und Innovationen entstanden. Die Verpackung in kleine Zellulose Päckchen und die ersten Untersuchungen zur Schädlichkeit des Zigarettenrauches bescherten Snus das notwendige Revival in den frühen 70er Jahren.

Der Oraltabak war in Schweden immer legal und wird wie andernorts Rauchwaren mit hohen Steuern belastet. Das Aufkommen den White Tabacco und seiner fruchtigen Geschmacksrichtungen in den letzten Jahren lässt auch den Anteil der Raucherinnen absinken. Snus war zuvor eher eine Männerdomäne.

Legalisierung und Gesundheit


Studien und Vergleiche der Schädigung durch heissen Rauch gegen oralen Genuss belegen, dass von Zigaretten verursachte Krankheiten in Schweden weniger oft vorkommen. Es ist daher nicht einzusehen, warum Snus im EU Raum und der Schweiz nicht ebenfalls legalisiert werden sollte. Im Gegensatz zur E-Zigarette schneidet der Snus in Gesundheitsstatistiken ebenso besser ab. Rauchentwöhnung damit funktioniert nachweislich besser. Der Griff zum Glimmstängel wird minimiert.


Natürlich ist Snus gesundheitlich nicht vollkommen unbedenklich, aber von allen angebotenen Tabakwaren sicher das am wenigsten schädliche Produkt.

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